Pre-und Reviews in der Presse

Review
(kametyken)

In Cadaver übernimmt der Spieler also die Rolle von Karadoc, einem Zwerg, der dem Geheimnis von Castle Wulf auf der Spur ist. Dabei muss man sich Ebene für Ebene in der Burg nach oben arbeiten und dabei viele knifflige Rätsel lösen, um zum nächsten Stockwerk, sprich Level, zu gelangen.

Das Ganze wird in isometrischer Perspektive im berühmten Grafikstil der Bitmap Brothers in Szene gesetzt. Gesteuert wird Karadoc mit dem Joystick und über die Tastatur werden das Inventar und die automatische Karte aufgerufen. Über ein Icon-System kann man via Joystick den Zwergen bestimmte Dinge tun lassen, etwa bestimmte Gegenständen untersuchen/aufnehmen/benutzen ect..

Im Spiel gelangt man von Raum zu Raum (von Screen zu Screen), die Räume sind maximal einen Bildschirm groß, scrolling gibt es nicht. Der stimmungsvolle Grafikstil erzeugt die passende leicht morbide Atmosphäre bei der Suche in dem alten Gemäuer und wechselt in fast jedem Level. Es gibt reichlich Details und Gegenstände, die fast immer irgendwann für ein weiterkommen im Spiel wichtig werden. Die Palette der Gegenspieler, sprich Monster, ist eher klein, aber von Level zu Level auch unterschiedlich. An einigen wenigen Stellen findet man Personen, die Karadoc Aufträge oder Hinweise geben, die zur Lösung des Levels wichtig sind.

Mit Sounds wird im Spiel recht sparsam umgegangen, bis auf eine handvoll Effekte bleibt es in Cadaver recht still, lediglich beim Titel-Bildschirm gibt es Musik.

Wichtige Elemente des Spieles sind, wie gesagt, gewisse Gegenstände wie Schlüssel, Tränke oder magische Artefakte, die man offen, in Kisten oder Verstecken findet. Auch die Architektur der Räume kann ein wichtiges Element zur Lösung der Aufgaben enthalten. Die Rätsel sind oft äußerst komplex und schwer zu durchschauen. Wer Cadaver ohne eine Blick in die Lösungspläne und mit einem Minimum an Frustration spielen will, sollte sich beim spielen Notizen machen und sich auch selbst eine Karte anfertigen. An kritischen Stellen sollte der Spielstand gespeichert werden - allerdings geht das nur, wenn man das nötige Kleingeld dafür im Rucksack hat.

Wer nicht die Zeit und/oder die Nerven hat wochenlang an der Lösung eines Rätsels festzusitzen kann auch nach den Lösungsplänen spielen, ohne Schande auf sich zu laden. Selbst wer die Lösung der Rätsel kennt muss eine gehörige Portion Geschicklichkeit aufbringen um Cadaver zu meistern, hat aber dennoch eine Menge Freude auf dem schwierigen Weg durch die Level.

***

Wer gefallen an Abenteuern a la Cadaver findet, dem sei an dieser Stelle Darkmere von Core Design an's Herz gelegt. Dieses Spiel für den Amiga bedient sich eines sehr ähnlichen Settings. Dank des hervorragenden Designs von Mark Jones können sowohl Präsentation und Gameplay durchaus mit dem Bitmap Klassiker mithalten. Eine Empfehlung verdient auch Mark Jones' sehr gut gemachte Website The Dragon's Eyrie.